09/10/2011

Der Horror im Schrebergarten

Es ist schon lange her, dass ich nichts mehr geschrieben habe. Eigentlich hatte ich keine Lust, eine neue Geschichte zu schaffen, ohne dass ich mit der selbe Monotonie und Langeweile schreibe. Ich war immer auf der Suche nach einem echten neuen Abenteuer, um meinen Kriminalroman beenden zu können. Doch ich schaffte es nicht, wie ich wollte. Ich wohnte immer in einer großen Stadt, in der man natürlich denken könnte, dass es viele interessante Ereignisse gibt. Trotzdem gab es für mich immer eine konstante monotone Motivation. Meine Ideen waren plötzlich weg und die zunehmenden Rechnungen warteten auf dem Tisch. Als Schriftsteller verdient man normalerweiße weniger, als die normalen Menschen. Ein Hungerlohn ist immer ein starker Grund, um sich ein besseres Leben zu wünschen.

Alles, was ich dabei hatte, war ein Laptop, schmutzige Wäsche und ein paar Bücher. „Ich brauche nichts mehr!“ sagte ich, als ich im letzten Sommer in ein menschenarmes Dorf umgezogen war. Ich musste zum ersten mal keine schmutzige Luft einatmen. Doch die Anpassung war sicherlich schwer, weil ich eigentlich Leute hasse. Meine Nachbarn waren immer da, vor meiner Tür. Sie klingelten nicht nur ein oder zwei mal an einem ganzen Tag, sondern vier, fünf oder mehr. Diese besondere Art von Menschen ist immer neugierig auf eine neue menschenähnliche Lebensform. Und ich war diese neue komische Lebensform aus der großen Stadt.

Seltsam kam mir meine im Haus gegenüber wohnende Nachbarin vor. Ihr Name war Linda Liebermann. Die liebe und freundliche Nachbarin war immer jeden Tag vor der Tür von jeden Nachbarn. Sie hatte immer etwas aus ihrem Schrebergarten mitgebracht. Egal was, egal wie. Linda hatte immer etwas mit den anderen zu teilen. Linda war die perfekte Hausfrau in ihrer kleiner Welt. Sie war verheiratet mit dem Postbote, der Louis heißt. Außerdem hatte sie 2 Kinder, Luisa und Markus. Ihre kleine, gewissenhafte und anständige Welt war der Sinn ihres Lebens. Natürlich war ich für sie nur ein Fremder, der ihre Welt belästigt hatte, fast wie ein Feind.

Linda hatte einen sehr schönen bunten Vorgarten, in dem man die viele verschiedenen Arten von erlesenen Blumen und zarten Sträuchern stundenlang unaufhörlich anschauen kann. Ein wunderschöner Schrebergarten hinter dem Haus wartete auf Linda jeden Tag. Nach dem Mittagessen spülte sie schnell, aber sorgfältig das aus Meißner Porzellan hergestellte Geschirr, damit sie den ganzen Tag im Schrebergarten verbringen konnte. Auf 700qm gab es alles, was die Expertin im Garten anbauen konnte, von Knoblauch, Kartoffeln und Kohl bis zum einzigartigen Zwetschgen, Tomaten,  Apfelbaümen, Karotten und noch viel mehr. Die Nachbarinnen waren ihre besten Freundinnen und jeden Samstag trafen sie sich in Lindas Haus, um Karten zu spielen und Wein zu trinken, während die Kinder und ihr Mann entweder einen Campingurlaub machten oder bei Tante Susan in der Stadt verbracht. Der Samstag war einer des ruhigsten Tages für sie.

Doch der vorletzte Samstag meines Lebens war ungewöhnlich nicht nur für Linda und die ganze Nachbarnschaft, sonder auch für mich und meine ruhige Erholung, ohne dass ich vermuten konnte, dass sich an diesem Tag mein Leben für immer verändern wird. An diesem unglücklichen Tag war ich mit dem linken Fuß aufgestanden. Ich fühlte mich komischerweiser als ob ich ein Vorbild meines Todes im Kopf hätte. Ich hatte aber auch einen sehr merkwürdigen Traum, in dem ich unter der Erde bewegungslos liegen blieb, ohne dass ich ein Wort schreien konnte. Das hat mich mit Entsetzen erfüllt. Doch ich war nie abergläubisch. Trotzdem hatte ich immer diese Abbildung meines Todes in meinen Gedanken dargestellt, bis heute.

An diesem kalten Morgen im Oktober schrie Linda, die in dem Schrebergarten war , wütend und verzweifelt, indem sie die letzte Tomate in dem Garten zu retten versuchte. Alles war unbeschreiblich zestört, sogar das kleine Gartenhaus und die Gartenmöbel waren nicht wieder gut zu machen. Die Nachbarn versuchten  Linda erforglos zu trösten. Alles was sie jedoch liebte, war auf einmal weggegangen. Ihr blieb vor Schreck der Atem stehen, als sie mich gesehen hatte. Meine Figur wäre wie ein Gespenst, das mit seine Präsenz die Existenz bedroht. Sie hasste mich auf den Tod,  weil sie dachte, dass ich der Täter von einem so dummen beschränkten Verbrechen wäre. Ich war niemals interessiert an solchen Sachen. Ich war ein Schiftsteller und Journalist, nur das. 

„Ich empfand Sie immer als eine komische und schreckliche Frau, trotzdem konnte ich auf gar keinen Fall dieses Verbrechen begehen.“- sagte ich, als Linda mich mit ihren verweinten Augen sah. 

„Du warst der Täter und das wirst du mir büßen!“- sagte sie jähzornig. 

Während die Nachbarn die Polizei anriefen, kam ich bestürzt nach Hause. Ich fragte mich, ob es jemand in der Nachbarnschaft gab, ein solches Verbrechen verüben kann. Aber die Antwort kam in meinem Kopf nicht.

„Es muss eine Erklärung geben. Die Tatsache ist, dass ich kein Krimineller bin.“-erklärte ich dem Polizisten, der mich einem Vehör unterzog. 

„Das ist nur ein polizeiliches Protokoll. Wenn Sie nichts mit dem Verbrechen zu tun haben, bleiben Sie unbekümmert.“- erwähnte der Polizist. „Während der Aufklärung der Tatsachen müssen Sie das Dorf nicht verlassen. Wir wissen es nicht genau, wer der Täter sein könnte.“- sagte er mir auf eine merkwürdige Weise. 

Am nächsten Tag waren alle zu Hause. Niemand war auf der Straße, sogar die Kinder der Nachbarschaft durften auf keinen Fall das Haus verlassen. Das erweckte in mir den Eindruck, als ob alle Bewohner im Geheimen etwas zusammen unternehmen würden. Es gab immer Ruhe in diesem kleinen Dorf, bis ich dorthin umgezogen war. Ich war nur skeptisch, dass etwas interessanter auf dem Land passieren könnten. Dennoch hatte ich mich geirrt. Eine Woche später nach der Gräueltat konnte ich noch mal einen guten Schlaf bekommen. Es gab keine Alpträume, kein schlechtes Gefühl. Es war mein letzter Samstag, als ich das Lichts der Sonne sah. Jemand hatte bei mir geklingelt. 

„Guten Morgen, lieber Nachbar, ich möchte Sie gern zu unserem Fest einladen. Es wird heute um 16 Uhr in meinem Garten durchgeführt.“- sagte Linda. „Wir möchten uns bei Ihnen für unseres schlechtes Verhalten entschuldigen“.

Damit hatte ich nicht im Traum gerechnet, dass diese Leute ein Fest nur für mich organizieren könnten. Natürlich war ich im Zweifel. Ich hasste meine Nachbarn und sie hassten mich, was genau passiert ist, wusste ich in diesem Moment noch nicht. Ich war auf diesem kleinen Fest mit der ganzen Nachbarschaft. Linda und ihre Familie waren immer nett und das Fest war zauberhaft. Linda hatte eine Flasche Wein entkorkt und brachte einen Trinksspruch auf mich aus.

Ich trank das ganze Weinglas aus und ohne Vorwarnung stand Linda vor mir. Schlagartig wurde mir bewusst, dass ich durch den Wein vergiftet wurde. Ich fiel plötzlich auf dem Rasen herunter und verlor das Bewusstsein. Ich dachte, dass sie mich zum Tod verurteilt, weil sie immer dachte, dass ich ihren Garten zestört hatte. Ich wachte ein oder zwei Stunden später auf. Ich konnte mich nicht bewegen und auch kein Wort sprechen. Die Angst war meine einzige Begleitung während des Überganges zur anderen Welt. Ich hatte keinen Ausweg, mein Körper war vergiftet und ich musste auf dem Tod warten. Doch ich war noch nicht tot. Obwohl ich meine Augen zu hatte und ringsherum dunkle Nacht war, konnte ich alles zuhören, alles, was sie und die Nachbarn zusammen unternommen hatten. 

„Das beste ist, dass wir ihn in unserem Garten begraben können. Nächstes Jahr wird die Ernte reichhaltig. Deshalb müssen wir jedes Jahr auf der Suche nach neuen Opferlämmern sein. Die Anzeigen in der Zeitung war eine sehr gute Idee.“- sagte Linda. 

„Horch mal Linda, er lebt noch.“- erwähnte ein neugieriger Polizist

„Das wissen wir schon, dass die Opferlämmer noch lebendig sein müssen, um das Ritual zu erledigen“- sagte eine Nachbarin, die Lindas beste Freundin war. 

„Mami, was sollen wir jetzt nur machen?“- fragte Lindas Tochter, die zum ersten Mal das Ritual durchführen durfte. 

„Das lebende Opfer muss unter der Erde sterben, damit unsere Göttin die Opfergabe empfangen kann. Komm schon! Schließen wir jetzt den Kreis und beten wir zu Shub- Niggurath um die gute Ernte!“- sagte Linda ihrer Tochter. 

Nach einer halben Stunde konnte ich nichts mehr hören. Ich fühlte mich wie in einer Kammer, deren Mauern aus Erde bestanden. Ich konnte nichts mehr horchen und auch kein Lebenswesen anschauen. Trotzdem bin ich irgendwie lebendig. Das ist keine normale Lebensform, wie die Menschen in der Stadt sie kennen, sondern eine Art von Leben, die nicht jeder beschreiben kann. Ich bleibe unter der Erde des Schrebergartens ohne Stimme, ohne Bewegung liegen. Ob ich allein bin, kann ich nicht bestimmen. Hier gibt es keinen Tag und keine Nacht, trotzdem fand ich die Weise, um die Zeit zu berechnen. Es gibt keine menschliche Zeit und kein normales Lebenswesen. Obwohl alles Dunkelheit ist, kann ich alle spüren, die bei mir auch liegen bleiben. Diese Welt unter der Erde ist ein Labyrinth in anderer Dimension, in der ich keinen Tod finden kann.

Ethain
Oktober 2011
Alle Rechte vorbehalten

0 Kommentare:

Publicar un comentario en la entrada

Cuentos Oscuros Preferidos

 
Free Flash TemplatesRiad In FezFree joomla templatesAgence Web MarocMusic Videos OnlineFree Website templateswww.seodesign.usFree Wordpress Themeswww.freethemes4all.comFree Blog TemplatesLast NewsFree CMS TemplatesFree CSS TemplatesSoccer Videos OnlineFree Wordpress ThemesFree CSS Templates Dreamweaver